Vor einiger Zeit habe ich einen Dokumentarfilm über Familien gesehen, in denen der Vater nicht mehr präsent war. Im Film wurde gezeigt, wie ein Jugendlicher auf die Kräne zu klettern pflegte. Auf die Frage des Journalisten, ob das nicht zu gefährlich sei, antwortete er: „Mein Vater ist nicht mehr zu Hause, und meiner Mutter ist es egal, was ich tue.“
Dieser Film war für mich der Auslöser, die Rolle des Vaters in der Familie im Buch „Die Renaissance der Familie“ zu behandeln. Hier sind einige Meinungen der Autorinnen und Autoren des Buches.
Einführung
Die Erziehung der Kinder ist eine der bedeutendsten Aufgaben innerhalb einer Familie, und die Rolle des Vaters ist hierbei zentral. Der Vater trägt nicht nur zur materiellen Versorgung der Familie bei, sondern ist auch ein entscheidender Faktor für die emotionale, soziale und moralische Entwicklung seiner Kinder. Verschiedene Autoren des Buches „Family Valued“ beleuchten diesen Aspekt aus unterschiedlichen Perspektiven und betonen die Bedeutung einer aktiven und bewussten Vaterrolle.
1. Der Vater als Vorbild und Begleiter
Ein zentraler Punkt, den die Autoren hervorheben, ist die Vorbildfunktion des Vaters. Kinder lernen durch Beobachtung, und die Art und Weise, wie ein Vater seine Werte, seine Beziehungen und seinen Alltag lebt, prägt die Kinder nachhaltig. Prof. Cristian Conen und Dr. Ricardo Chouhy betonen in ihrem Artikel „Die Bedeutung des Mannes in der Familie“:
„Ein Vater ist nicht nur ein Versorger, sondern auch ein Vorbild für Stärke, Verantwortung und Fürsorge.“ Seine Präsenz gibt den Kindern Sicherheit und Orientierung.“
Diese Aussage verdeutlicht, dass die Rolle des Vaters weit über die finanzielle Unterstützung hinausgeht und eine aktive Beteiligung am Familienleben erfordert.
2. Emotionale Bindung und Erziehung
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die emotionale Bindung zwischen Vater und Kind. Belinda Brown schreibt in ihrem Artikel „Der Vater als Versorger: Warum das essenziell ist“:
„Kinder brauchen die emotionale Nähe ihres Vaters, um Vertrauen und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Ein Vater, der Zeit mit seinen Kindern verbringt, stärkt ihre Fähigkeit, stabile Beziehungen aufzubauen.“
Die aktive Teilnahme des Vaters am Leben seiner Kinder, sei es durch gemeinsame Aktivitäten, Gespräche oder einfach durch Präsenz, fördert die emotionale Stabilität und das Wohlbefinden der Kinder.
3. Die Balance zwischen Arbeit und Familie
Die Herausforderung, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, ist für viele Väter ein zentrales Thema. Prof. Nuria Chinchilla Albiol hebt in ihrem Artikel „Die Integration von Familie und Arbeit“ hervor:
„Die Zeit, die ein Vater mit seinen Kindern verbringt, ist ein unschätzbarer Wert. Die Arbeit sollte nicht die Beziehung zur Familie dominieren, sondern sie unterstützen.“
Hier zeigt sich, dass Väter aktiv darauf achten sollten, eine Balance zwischen ihrer beruflichen Verantwortung und ihrer Rolle als Vater zu finden, um ihren Kindern präsent zu sein.
4. Die Rolle des Vaters in der moralischen Erziehung
Ein Vater ist auch ein moralischer Wegweiser für seine Kinder. Dr. Carlos Beltramo und Begoña Sáenz betonen in ihrem Artikel „Fünf Säulen der Charakterbildung in der Familie“:
„Väter spielen eine entscheidende Rolle bei der Vermittlung von Werten wie Ehrlichkeit, Disziplin und Verantwortungsbewusstsein. Kinder suchen bei ihren Vätern Orientierung und Unterstützung bei moralischen Entscheidungen.“
Durch Gespräche, klare Regeln und das eigene Verhalten können Väter ihren Kindern helfen, eine starke moralische Grundlage zu entwickeln.
5. Väterliche Präsenz als Schutzfaktor
Die Präsenz eines Vaters hat nicht nur emotionale, sondern auch soziale Auswirkungen. Hartmut Steeb schreibt in seinem Artikel „Die Familie: Das Konzept gegen die Einsamkeit“:
„Kinder, die mit einem präsenten und engagierten Vater aufwachsen, sind weniger anfällig für soziale Isolation und riskante Verhaltensweisen. Die Familie, angeführt von einem starken Vater, ist ein Schutzraum.“
Diese Aussage unterstreicht, wie wichtig es ist, dass Väter aktiv in das Leben ihrer Kinder eingebunden sind und ihnen einen sicheren Rahmen bieten.
6. Die Förderung der individuellen Entwicklung
Ein Vater sollte nicht nur ein Beschützer sein, sondern auch die individuellen Talente und Interessen seiner Kinder fördern. María José Calvo Ibáñez schreibt in ihrem Artikel „Familie und Neuroentwicklung“:
„Ein Vater, der die Stärken seiner Kinder erkennt und fördert, trägt wesentlich zu ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung bei. Väter sollten ihre Kinder ermutigen, ihre Potenziale auszuschöpfen.“
Dies zeigt, dass die Rolle des Vaters auch darin besteht, die Kinder zu motivieren und ihnen zu helfen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln.
Fazit
Die Rolle des Vaters in der Erziehung der Kinder ist komplex und vielschichtig. Sie umfasst die emotionale Bindung, die moralische Führung, die Förderung individueller Talente sowie die Schaffung eines sicheren und unterstützenden Umfelds. Die Autoren des Buches „Die Renaissance der Familie“ betonen, dass ein engagierter und präsenter Vater einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung seiner Kinder leistet. Väter sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein und aktiv daran arbeiten, ein Vorbild, ein Begleiter und ein Unterstützer für ihre Kinder zu sein. Nur so können sie dazu beitragen, eine starke und gesunde Familie zu schaffen, die das Fundament einer stabilen Gesellschaft bildet.
Reflexionsfragen
1. Wie präsent bin ich als Vater (oder wie präsent ist der Vater in meiner Familie) im Alltag der Kinder – und wie könnte diese Präsenz gestärkt werden?
- Reflektieren Sie, wie viel Zeit und Aufmerksamkeit den Kindern gewidmet wird und ob es Möglichkeiten gibt, diese Zeit bewusster zu gestalten.
2. Welche Werte und Verhaltensweisen möchte ich meinen Kindern als Vorbild mitgeben – und wie kann ich sie im täglichen Leben vorleben?
- Überlegen Sie, ob Ihre Handlungen und Entscheidungen mit den Werten übereinstimmen, die Sie Ihren Kindern vermitteln möchten.
3. Wie gut gelingt es mir, eine Balance zwischen beruflichen Verpflichtungen und meiner Rolle als Vater zu finden?
- Denken Sie darüber nach, ob Ihre beruflichen Prioritäten Ihre familiären Beziehungen beeinflussen und wie Sie möglicherweise mehr Ausgewogenheit schaffen könnten.
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Autor
Dr. Karl-Maria de Molina
CEO & Co-Founder ThinkSimple.io
Projektleiter und Vorstand Family Valued
Weitere Information im Buch: „Die Renaissance de Familie“

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