Ein ausführlicher Beitrag auf Grundlage der Texte aus Family Valued
Gleichberechtigung ist eines der am stärksten umkämpften Konzepte unserer Zeit. Während politische und gesellschaftliche Diskurse häufig zwischen Gleichstellungsideologien, Geschlechterdekonstruktion und traditionellen Rollenvorstellungen pendeln, plädieren die Autorinnen und Autoren des Buchprojekts Family Valued für einen dritten Weg: eine Gleichberechtigung, die die Natur des Menschen respektiert, die Geschlechter nicht gegeneinander ausspielt und die Familie als Ort symbiotischer Ergänzung versteht.
Die hier zusammengefassten sechs Thesen bilden den Kern dieser Sichtweise. Sie reflektieren anthropologische, philosophische, pädagogische und soziologische Perspektiven und werden durch direkte Zitate der jeweiligen Autorinnen und Autoren belegt.
These 1: Gleichberechtigung beginnt mit der Anerkennung der natürlichen Geschlechterdifferenz.
1.1 Begründung
Die Autoren und Autorinnen kritisieren ein modernes Verständnis von Gleichberechtigung, das Unterschiede verwischt und die Geschlechterdifferenz als bloß kulturell konstruiert darstellt. Sie argumentieren hingegen, dass wahre Gleichberechtigung nur dort möglich ist, wo Mann und Frau in ihrem jeweiligen Wesen ernst genommen werden.
Diese Position baut auf einer philosophisch-anthropologischen Tradition auf, die die Geschlechter als biologisch, psychisch und relational verschieden, aber gleichwertig begreift. Die Unterschiedlichkeit wird nicht als Hierarchie, sondern als Ressource verstanden.
1.2 Stimmen der Autoren
Pilar Castañón Fernández betont die anthropologische Verwurzelung weiblicher Identität:
„Wir dürfen die große Rolle der Frauen in der Geschichte nicht vergessen, die durch die Sorge um das Leben geprägt war.“
„Frauen haben eine wichtige Aufgabe, um ihre Schönheit und Weiblichkeit zurückzugewinnen.“
Edith Stein (zitiert) stellt fest:
„Was eine Frau sein sollte, konnte sie nur durch die Entfaltung ihrer eigenen weiblichen Natur erreichen.“
Diese Stimmen plädieren für ein Verständnis von Gleichberechtigung, das nicht Uniformität, sondern die Würdigung des Eigenen bedeutet.
These 2: Wahre Gleichberechtigung verwirklicht sich als komplementäre Partnerschaft.
2.1 Begründung
Die Autorinnen und Autoren sehen Mutter- und Vatersein nicht als austauschbare Rollen, sondern als komplementäre Aufgaben: unterschiedlich, aber einander zugeordnet. Gleichberechtigung bedeutet nicht, dass beide dasselbe tun, sondern dass beide einen gleichwertigen Beitrag leisten, der aus ihrer Identität hervorgeht.
Diese Sicht widerspricht sowohl patriarchalen Konzepten, die Frauen abwerten, als auch genderideologischen Ansätzen, die Väter marginalisieren.
2.2 Stimmen der Autoren
Belinda Brown zur Bedeutung männlicher Fürsorge:
„Die Fähigkeit, für andere zu sorgen und sie zu betreuen, ist ein primärer Ausdruck von Männlichkeit.“
Väter sind eine Brücke in die Welt, eine eigenständige Ressource der Sozialisation.
Ondina María Vélez Fraga unterstreicht die organische Entwicklung der Geschlechtsidentität:
„Die sexuelle Identität entwickelt sich harmonisch aus der Biologie und der Umwelt.“
Gleichberechtigung heißt in diesem Sinne: Mann und Frau dienen derselben Aufgabe – auf unterschiedliche Weise.
These 3: Die Bewahrung weiblicher Identität ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Gleichberechtigung.
3.1 Begründung
Viele Autorinnen im Buch warnen davor, dass moderne Ideologien Weiblichkeit entweder kitschig überzeichnen oder völlig dekonstruieren. Dadurch gehen Mädchen und Frauen in einem „neutralen Geschlecht“ verloren, verlieren Orientierung und werden in Rollen gedrängt, die ihnen nicht entsprechen.
Eine echte Gleichberechtigung kann nur gelingen, wenn Frauen nicht von außen definiert, sondern in ihrer natürlichen Identität gestärkt werden.
3.2 Stimmen der Autoren
Ondina María Vélez Fraga beobachtet zunehmende Verwirrung im kindlichen Umfeld:
„Mehr denn je zuvor wird das Jungen- oder Mädchensein stereotypisiert.“
„Weder meine Tochter noch jenes Kind zeigten irgendwelche Verwirrung, es sei denn, wir suggerierten es ihnen.“
Pilar Castañón Fernández kritisiert den Versuch, Frauen zu „vermännlichen“:
„Nichts ist sexistischer als der Versuch, eine Frau in einen Mann zu verwandeln.“
Frauen werden nicht gleichberechtigt, wenn man sie in männliche Muster zwingt – sondern wenn ihre spezifische Stärke kulturell wirksam werden darf.
These 4: Gleichberechtigung zeigt sich am deutlichsten in der gemeinsamen Verantwortung für die Familie.
4.1 Begründung
Die Familie ist der Ort, an dem Gleichberechtigung praktisch gelebt werden muss – jenseits politischer Debatten. Hier zeigt sich, wie Mann und Frau kooperieren, ihre Stärken einbringen und den Alltag partnerschaftlich gestalten. Im Buchprojekt wird immer wieder betont, dass die wichtigste Ressource einer Gesellschaft nicht die Institutionen, sondern die Familien sind.
4.2 Stimmen der Autoren
Carolina und Carlos Aponte sprechen aus Erfahrung einer großen Familie:
„Die Familie ist das größte Unternehmen, das auf Glaube, Liebe und Offenheit für das Leben basiert.“
Arantza Albertos de San José betont die wechselseitigen Rollen:
„Mütter und Väter spielen in ihren sich ergänzenden Rollen eine wesentliche und einzigartige Rolle.“
Gleichberechtigung in der Familie wird nicht durch Gleichmacherei erreicht, sondern durch gemeinsame, verantwortungsbewusste Kooperation.
These 5: Gleichberechtigung dient dem Gemeinwohl, weil beide Geschlechter für die Stabilität der Gesellschaft unverzichtbar sind.
5.1 Begründung
Die Autoren argumentieren, dass Gesellschaften stabil, widerstandsfähig und zukunftsorientiert sind, wenn sie die natürliche Struktur der Familie wahren. Gleichberechtigung ist deshalb nicht nur ein individualethisches Thema, sondern auch ein gesellschaftspolitisches.
Die Beiträge erinnern daran, dass die Geschichte Zivilisationen kennt, die ihre familiären Fundamente zerstörten – und daran scheiterten.
5.2 Stimmen der Autoren
Goma y Tomás (zitiert):
„Die Familie ist eine universelle Struktur über alle Zeiten und Kulturen hinweg.“
Chesterton (zitiert):
„Dieses Dreieck der selbstverständlichen Wahrheiten von Vater, Mutter und Kind.“ ist die Grundlage jeder Kultur.
Die Botschaft ist klar: Eine Gesellschaft, die Gleichberechtigung missversteht und die natürliche Familie entwertet, zerstört ihren eigenen Zusammenhalt.
These 6: Gleichberechtigung verwirklicht sich durch Freiheit, die zur Verantwortung wird – insbesondere in der Partnerschaft.
6.1 Begründung
Echte Gleichberechtigung setzt voraus, dass Freiheit nicht als Selbstzweck verstanden wird, sondern als Fähigkeit, sich in Liebe und Verantwortung auf den anderen auszurichten. Die Autorenschaft zeigt: Partnerschaftliche Gleichberechtigung entsteht dort, wo man die Schwächen des anderen annimmt und die gemeinsame Entwicklung über die individuelle Selbstverwirklichung hinausgeht.
6.2 Stimmen der Autoren
José Víctor Orón Semper beschreibt das Wesen des Ehelebens:
„Die Ehe ist eine Schule der inneren Transformation.“
Miriam Cenoz Larrea über das gemeinsame Reifen als Paar:
„Die Gemeinschaft zwischen Mann und Frau ist möglich, wenn wir die Verletzlichkeit des anderen akzeptieren.“
Gleichberechtigung ist demnach kein Recht auf Dominanz, sondern ein Weg der gegenseitigen Hingabe.
Fazit
Die Autorinnen und Autoren von Family Valued zeichnen ein anspruchsvolles, differenziertes und im besten Sinne humanistisches Verständnis von Gleichberechtigung:
- Sie sehen Mann und Frau als gleichwertig, aber nicht als gleichartig.
- Sie betonen die komplementäre Partnerschaft als Ideal.
- Sie schützen die Identität der Frau vor ideologischer Vereinnahmung.
- Sie verstehen Familie als Ort gelebter Gleichberechtigung.
- Sie begreifen die Geschlechterdifferenz als gesellschaftliche Ressource.
- Und sie fordern Freiheit, die sich durch Verantwortung bewährt.
Damit wird Gleichberechtigung zu einer kulturellen Aufgabe: nicht als Kampf der Geschlechter, sondern als Zusammenspiel ihrer Stärken – im Dienst des Lebens, der Familie und der Zukunft der Gesellschaft.lien geschaffen werden – und damit ein wichtiger Beitrag zu einer familienfreundlicheren Gesellschaft.
Reflexionsfragen
1. Wie verstehe ich persönlich den Begriff Gleichberechtigung – und inwiefern berücksichtige ich dabei die Unterschiede und Stärken der Geschlechter?
- Reflektieren Sie, ob Ihr Verständnis von Gleichberechtigung stärker auf Gleichheit oder auf gegenseitige Ergänzung basiert.
2. Wie kann ich in meiner Familie oder Partnerschaft dazu beitragen, eine komplementäre Zusammenarbeit zu fördern, in der die Stärken beider Geschlechter gleichermaßen geschätzt werden?
- Überlegen Sie, wie Aufgaben und Verantwortung partnerschaftlich und gerecht verteilt werden können.
3. Inwiefern sehe ich die Familie als Ort, an dem Gleichberechtigung praktisch gelebt werden kann – und welche Werte möchte ich dabei weitergeben?
- Denken Sie darüber nach, welche Rolle die Familie in Ihrem Alltag spielt und wie Sie Gleichberechtigung als Vorbild für kommende Generationen vorleben können.
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Autor
Dr. Karl-Maria de Molina
CEO & Co-Founder
ThinkSimple.io Projektleiter und Vorstand Family Valued
Weitere Information im Buch: https://backup.hellas-media.gr/renaissance-der-familie/

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